Inklusion kommt an Deutschlands Schulen voran

Immer mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen gemeinsam mit allen anderen Kindern und Jugendlichen an einer Regelschule im Opens internal link in current windowgemeinsamen Unterricht. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die in separaten Förderschulen lernen, nimmt ab. Gingen im Schuljahr 2008/09 noch 4,9 Prozent aller Kinder auf eine Förderschule, waren es im Schuljahr 2016/17 nur noch 4,3 Prozent. Deutschlandweit geht die Exklusion zurück. In Brandenburg sank die Exklusionsquote von 5,4 Prozent auf 4 Prozent.  

Insbesondere im Förderschwerpunkt „Lernen“ besuchen in allen Bundesländern immer weniger Kinder Förderschulen. So sank die Exklusionsquote der Schülerinnen und Schüler mit Lernhandicaps bundesweit von 2,1 auf 1,3 Prozent. Dieser Rückgang ist in einigen Bundesländern besonders stark ausgeprägt, etwa in Sachsen-Anhalt (um 2,6 Prozentpunkte). In Brandenburg sank die Exklusionsquote im Bereich „Lernen“ von 3,2 Prozent auf 1,9 Prozent.  

Deutschland findet damit Anschluss an internationale Standards

In den meisten anderen Ländern werden Kinder mit Lernschwierigkeiten schon seit langem in den Regelschulen unterrichtet. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Bildungsforschers Prof. Klaus Klemm zum Stand der Inklusion in Deutschland im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Für Jörg Dräger, Vorstand der Stiftung, gibt die Studie wichtige Hinweise, wie das gemeinsame Lernen verbessert werden kann: „Inklusion kommt an Deutschlands Schulen voran. Die Chancen von Förderschülern, eine Regelschule zu besuchen, hängen allerdings immer noch sehr vom Wohnort ab.“

Bei der Inklusion sehr unterschiedliche Entwicklungen in den Bundesländern

Die Bundesländer unterscheiden sich stark im Umgang mit Förderschülern. Entgegen dem Bundestrend sind die Exklusionsquoten in Südwestdeutschland zwischen 2008 und 2017 sogar gestiegen: In Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gehen wieder mehr Kinder auf eine Förderschule.

In Ostdeutschland hingegen geht der Anteil der Kinder an Förderschulen erheblich zurück. In Nordrhein-Westfalen und Hessen gab es moderate Rückgänge, im Saarland nur einen kleinen. Besonders niedrig sind die Anteile der separat in Förderschulen unterrichteten Kinder in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und in den Stadtstaaten: Hier ist die Exklusionsquote stark gesunken, insbesondere in Bremen.

Die Chance auf Inklusion hängt allerdings nicht nur vom Wohnort ab, sondern auch vom Förderbedarf. Im Bereich „Lernen“ gibt es einen bundesweiten Rückgang der Exklusion. Kinder mit dem Förderschwerpunkt „Sprache“ besuchen in elf Bundesländern häufiger eine Regelschule als früher. Für Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten geistige oder körperliche Entwicklung hat sich zwischen 2008 und 2017 überall wenig verändert, bei Schülern mit sozial-emotionalen Handicaps gibt es heute sogar mehr Exklusion.

Opens external link in new windowÜbersicht alle Bundesländer

Opens external link in new windowMehr Inklusion von Schülern mit Lernhandicaps

Opens external link in new windowStudie "Unterwegs zur inklusiven Schule" der Bertelsmann Stiftung

 

 

 

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