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Der Inklusionsanteil an deutschen Schulen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Konvention gestiegen. Fast jedes dritte Kind mit Förderbedarf besucht mittlerweile eine Regelschule (31,4 Prozent). Das ist ein Anstieg um 71 Prozent gegenüber dem Schuljahr 2008/09 (18,4 Prozent). Trotz der Fortschritte ist die Situation an deutschen Schulen für Kinder und Jugendliche mit Handicap noch unbefriedigend. Der Schüleranteil an Förderschulen geht kaum zurück und von bundesweit vergleichbaren Chancen auf Teilhabe an Inklusion kann noch keine Rede sein. Dazu kommt: In der Sekundarstufe bleibt Inklusion weiterhin eine Ausnahme. Das geht aus einer > aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Baden-Würtemberg: Inklusion an weiterführenden Schulen die Ausnahme

28,7 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Baden-Württemberg ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Über ein Viertel aller Kinder mit Förderbedarf (28,7 Prozent) besucht in Baden-Württemberg eine Regelschule (2008/09: 26,0 Prozent). Trotz der Fortschritte ist die Bildungssituation im Bundesland für Kinder und Jugendliche mit Handicap aber weiterhin unbefriedigend. Der Inklusionsanteil ist immer noch unterdurchschnittlich (Bund: 31,4 Prozent) und gleichzeitig besuchen immer mehr Schüler eine Förderschule. Dazu kommt: In der Sekundarstufe ist Inklusion immer noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Wie auf Bundesebene so gilt auch in Baden-Württemberg: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in baden-württember-gischen Kitas bei 48,7 Prozent (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen bei 48,6 Prozent (Bund: 46,9 Prozent) liegt, lernt in der Sekundarstufe mit 18,4 Prozent nur noch weniger als jeder fünfte Schüler (Bund: 29,9 Prozent) mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule. Dabei besucht nur jeder Fünfte der knapp 6. 400 Förderschülern der Sekundar-stufe eine Realschule oder ein Gymnasium (Bund: 10,5 Prozent). Inklusion findet also im Se-kundarbereich hauptsächlich an Haupt- und Gesamtschulen statt.

Exklusionsquote steigt

Obwohl die Inklusionsanteile in Baden-Württemberg gestiegen sind, ist zugleich auch der An-teil der Schüler an Förderschulen angewachsen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 ist die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förder-schule besuchen, von 4,7 auf 5,1 Prozent geklettert. Vor Inkrafttreten der UN-Behinderten-konvention war die Exklusionsquote in Baden-Württemberg sogar niedriger (2000/01: 4,3 Prozent). Parallel dazu wird bei immer mehr Kindern in Baden-Württemberg ein sonderpäda-gogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 6,4 auf 7,1 Prozent gewachsen.

Unbefriedigend ist auch die Quote für Abschlüsse an Förderschulen: Mehr als drei Viertel aller Schüler an Förderschulen (77,8 Prozent) verlassen diese ohne Hauptschulabschluss.

> Baden-Württemberg (Bertelsmann Stiftung)

Bayern: Gemeinsames Lernen an weiterführenden Schulen die Ausnahme


26,2 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Bayern ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Über ein Viertel aller Kinder mit Förderbedarf (26,2 Prozent) besucht in Bayern eine Regelschule (2008/09: 16,1 Prozent). Trotz dieser Fortschritte ist die Bildungssituation im Bundesland für Kinder und Jugendliche mit Handicap aber weiterhin unbefriedigend. Die Inklusionsanteile auf den unterschiedlichen Bildungsstufen bleiben hinter dem Bundesdurchschnitt zurück, der Schüleranteil an Förderschulen stagniert und in der Sekundarstufe ist Inklusion häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Wie auf Bundesebene gilt auch in Bayern: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in bayerischen Kitas bei 41,7 Prozent (Bund 67 Prozent) liegt und an Grundschulen 36,7 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernt in der Sekundarstufe nur noch 22,6 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbe-darf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei besucht nur jeder Zehnte der knapp 6.900 Förderschüler der Sekundarstufe eine Realschule oder ein Gymnasium (Bund: 10,5 Prozent). Inklusion findet also im Sekundarbereich hauptsächlich an den Hauptschulen des Landes statt.

Exklusionsquote stagniert

Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich trotz steigender Inklusionsanteile die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, nicht verändert. Sie stagniert bei 4,6 Prozent. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention lag die Exklusionsquote in Bayern im Schuljahr 2000/01 bei 4,7 Prozent. Parallel dazu wird bei immer mehr Kindern in Bayern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 5,5 auf 6,3 Prozent geklettert.

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Bayern zu den Bundesländern, in denen vergleichsweise viele Hauptschulabschlüsse an Förderschulen erreicht werden. Aber trotzdem verlassen auch in Bayern fast zwei Drittel der Förderschüler (64,0 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss. Der entsprechende Anteil liegt auf Bundesebene bei 71,3 Prozent.

> Bayern (Bertelsmann Stiftung)

Berlin: Gemeinsames Lernen auch an weiterführenden Schulen


54,5 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Berlin ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Über die Hälfte aller Kinder mit Förderbedarf (54,5 Prozent) besucht in Berlin eine Regelschule (2008/09: 38,8 Prozent). Damit liegt Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen gesunken. Mit diesen Zahlen schreibt Berlin seine positive Entwicklung auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem fort. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Während sich auf Bundesebene die Chancen auf Inklusion mit jeder Bildungsstufe verringern, besucht die Mehrheit der Berliner Förderschüler auch In der Sekundarstufe eine Regelschule. An den Berliner Grundschulen beträgt der Inklusionsanteil 64,1 Prozent (Bund: 46,9 Prozent), in der Sekundarstufe besuchen noch gut 58 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Von den knapp 6.900 Förderschülern der Sekundarstufe lernen nur 3 Prozent (Bund: 5,6 Prozent) gemeinsam mit anderen Schülern an einem Gymnasium. Inklusion findet in Berlin im Sekundarbereich also hauptsächlich an Gesamtschulen bzw. den Integrierten Sekundarschulen statt.

Exklusionsquote sinkt weiter

Parallel zu den steigenden Inklusionsanteilen ist in Berlin der Schüleranteil an Förderschulen gesunken. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 4,4 auf 3,4 Pro-zent verringert. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention lag die Exklusionsquote in Berlin bei 4,1 Prozent. In Berlin lernen damit deutlich weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, als dies im bundesweiten Durchschnitt der Fall ist (4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei immer mehr Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 7,1 auf 7,4 Prozent gestiegen (Bund: 6,8 Prozent).

Die Chancen auf einen Hauptschulabschluss an Förderschulen sind in Berlin besser als im Bundesdurchschnitt. Und dennoch verlassen nach wie vor sechs von zehn Schülern (61,9 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Berlin (Bertelsmann Stiftung)

Brandenburg: Anteil der Schüler an Förderschulen geht zurück


43,9 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Brandenburg ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Fast 44 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen in Brandenburg eine Regelschule (2008/09: 36,4 Prozent). Damit liegt Brandenburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Mit diesen Ergebnissen schreibt Brandenburg seine positive Entwicklung auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem fort. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Obwohl die Werte besser sind als auf Bundesebene, gilt auch in Brandenburg: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in den Kitas bei 95,2 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 62,1 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Sekundarstufe nur noch 48,0 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Von den gut 4.400 Förderschülern der Sekundarstufe gehen 5,6 Prozent (Bund: 5,6 Prozent) auf ein Gymnasium. Inklusion findet in Brandenburg im Sekundarbereich also hauptsächlich an den Ober- und Gesamtschulen statt.

Exklusionsquote sinkt

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Brandenburg sinkt zugleich der Schüleranteil an Förderschulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 5,4 auf 4,7 Prozent verringert. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention lag die Exklusionsquote in Brandenburg bei 5,3 Prozent. Brandenburg erreicht damit erstmals den bundesdeutschen Durchschnitt (4,7 Prozent), was den Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen betrifft. Gleichzeitig wird bei immer weniger brandenburgischen Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt, wobei der Wert noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt: So ist die Förderquote zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 8,5 auf 8,3 Prozent leicht gesunken (Bund: 6,8 Prozent).

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Brandenburg zu den Bundesländern, in denen an Förderschulen deutlich weniger Hauptschulabschlüsse erreicht werden, als dies im Bundesdurchschnitt der Fall ist: Gut 86 Prozent der Förderschüler verlassen eine branden-burgische Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Brandenburg (Bertelsmann Stiftung)

Bremen: Gemeinsames Lernen an weiterführenden Schulen die Regel


68,5 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

 

Der Inklusionsanteil an Bremer Regelschulen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: 68,5 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen eine Regelschule (2008/09: 39,0 Prozent). Das ist im Ländervergleich der höchste Wert und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Gleichzeitig besuchen immer weniger Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule. Mit diesen Zahlen schreibt Bremen seine positive Entwicklung auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem fort. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Bremen eröffnet im Unterschied zu den meisten Bundesländern einer Mehrheit von Förderschülern Chancen auf Inklusion – auch in weiterführenden Schulen. In den Bremer Kitas erreichen die Inklusionsanteile fast 100 Prozent (Bund 67 Prozent). Auch die Inklusionsanteile, die sich im Bund zwischen Grundschulen (46,9 Prozent) und weiterführenden Schulen der Sekundarstufe (29,9) stark unterscheiden, nähern sich in Bremen auf hohem Niveau an (68,9 Prozent Inklusionsanteil in Grundschulen und 62,8 Prozent in der Sekundarstufe). Von den knapp 1.700 Förderschülern der Sekundarstufe gehen allerdings nur rund 6 Prozent (Bund: 5,6 Prozent) auf ein Bremer Gymnasium. Inklusion findet im Sekundarbereich an den Gesamtschulen statt.

Exklusionsquote sinkt weiter

Parallel zu den steigenden Inklusionsanteilen ist in Bremen der Schüleranteil an Förderschulen gesunken. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 4,6 auf 1,9 Prozent verringert. Bremen setzt damit deutschlandweit die Bestmarke. In keinem anderen Bun-desland ist die Exklusionsquote niedriger (Bund: 4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei immer weniger Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 7,5 auf 5,9 Prozent gesunken (Bund: 6,8 Prozent).

Der Anteil der Schüler, die eine Bremer Förderschule mit einem Hauptschulabschluss verlassen, ist gering. Acht von zehn Schülern (80,2 Prozent) beenden die Förderschule ohne Abschluss (Bund: 71,3 Prozent). Diese hohe Quote lässt sich durch den geringen Anteil der Schüler erklären, die in Bremen überhaupt noch an einer Förderschule lernen.

> Bremen (Bertelsmann Stiftung)

Hamburg: Gemeinsames Lernen kommt an weiterführenden Schulen voran


59,1 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Hamburg ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Über die Hälfte aller Kinder mit Förderbedarf (59,1 Prozent) besucht in Hamburg eine Regelschule (2008/09: 14,5 Prozent). Damit liegt Hamburg deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Mit diesen Zahlen schreibt Hamburg seine positive Entwicklung auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem fort. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Während der Inklusionsanteil in den Hamburger Kitas bei 87,4 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 69,5 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), besucht auch in der Sekundarstufe mit 56,3 Prozent die Mehrheit der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei gehen von den knapp 4.200 Förderschülern der Sekundarstufe rund 3 Prozent (Bund: 5,6 Prozent) auf ein Gymnasium. Inklusion findet in Hamburg im Sekundarbereich also hauptsächlich an Gesamtschulen statt.

Exklusionsquote sinkt weiter

Parallel zu den steigenden Inklusionsanteilen in Hamburg ist sinkt der Schüleranteil an Förder-schulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 4,9 auf 3,6 Prozent verringert. In Hamburg lernen damit deutlich weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, als dies im bundesweiten Durchschnitt der Fall ist (4,7 Prozent). Allerdings wird gleichzeitig bei immer mehr Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 5,7 auf 8,8 Prozent geklettert (Bund: 6,8 Prozent).

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Hamburg zu den Bundesländern, in denen mit 72,5 Prozent durchschnittlich viele Jugendliche die Förderschule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Der entsprechende Anteil liegt auf Bundesebene bei 71,3 Prozent.

> Hamburg (Bertelsmann Stiftung)

Hessen: Gemeinsames Lernen an weiterführenden Schulen die Ausnahme


21,5 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an hessischen Regelschulen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Gut ein Fünftel aller Kinder mit Förderbedarf (21,5 Prozent) besucht in Hessen eine Regelschule (2008/09: 11,0 Prozent). Trotz dieser Fortschritte ist die Bildungssituation für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf weiterhin unbefriedigend. Der Schüleranteil an Förderschulen steigt weiter an und in der Sekundarstufe ist gemeinsames Lernen immer noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

In Hessen gilt wie im Bund: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in hessischen Kitas bei 89,6 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 36,8 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Se-kundarstufe nur noch 18,0 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei besuchen rund 15 Prozent der gut 3.000 Förderschüler der Sekundarstufe eine Realschule oder ein Gymnasium (Bund: 10,5 Prozent). Inklusion findet in Hessen im Sekundarbereich also hauptsächlich an den Haupt- und Gesamtschulen des Landes statt.

Exklusionsquote steigt leicht

Obwohl die Inklusionsanteile in Hessen gestiegen sind, ist parallel der Anteil der Schüler an Förderschulen gewachsen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 ist die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 4,3 auf 4,5 Prozent gestiegen. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention war die Exklusionsquote in Hessen sogar niedriger (2000/01: 3,7 Prozent). Parallel dazu wird bei immer mehr Kindern in Hessen ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 4,8 auf 5,7 Prozent geklettert.

Unbefriedigend sind in Hessen die Abschlussquoten an Förderschulen. Fast drei Viertel der Förderschüler (74,6 Prozent) verlassen eine hessische Förderschule ohne Hauptschulab-schluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Hessen (Bertelsmann Stiftung)

Mecklenburg-Vorpommern: Gemeinsames Lernen weiter die Ausnahme


37,2 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Mecklenburg-Vorpommern ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: 37,2 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen in Mecklenburg-Vorpommern eine Regelschule (2008/09: 21,7 Prozent). Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Trotz dieses beachtlichen Fortschritts ist die Bildungssituation im Bundesland für Kinder und Jugendliche mit Handicap aber weiterhin unbefriedigend. Denn der Schüleranteil an Förderschulen in Mecklenburg-Vorpommern liegt nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt und in der Sekundarstufe ist Inklusion häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Obwohl die Werte besser sind als auf Bundesebene, gilt auch in Mecklenburg-Vorpommern: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in Kitas bei 88,8 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 52,4 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Sekundarstufe noch 39,6 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Von den rund 2.800 Förderschülern der Sekundarstufe gehen 15,3 Prozent (Bund: 10,5 Prozent) auf ein Gymnasium oder eine Gesamtschule.

Exklusionsquote sinkt

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Mecklenburg-Vorpommern sinkt parallel der Anteil der Schüler an Förderschulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 reduzierte sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 9,2 auf 6,8 Prozent. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention war die Exklusionsquote in Mecklenburg-Vorpommern sogar niedriger (2000/01: 6,7 Prozent). Nach wie vor lernen damit in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise viele Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen (Bund: 4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei weniger Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 11,7 auf 10,8 Prozent gesunken. Aber auch hier liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,8 Prozent.

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Mecklenburg-Vorpommern zu den Bundesländern, in denen an Förderschulen deutlich weniger Hauptschulabschlüsse erreicht werden, als dies im Bundesdurchschnitt der Fall ist: Gut 81 Prozent der Förderschüler verlassen die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Mecklenburg-Vorpommern (Bertelsmann Stiftung)

Niedersachsen: Anteil der Schüler an Förderschulen geht zurück


23,3 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Niedersachsen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: 23,3 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen in Niedersachsen eine Regelschule (2008/09: 6,6 Prozent). Damit bleibt der Flächenstaat hinter dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent zurück. Im Blick auf die Exklusion steht Niedersachsen aber besser da: Der Schüleranteil an Förderschulen ist gesunken und geringer als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Exklusionsquote sinkt

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Niedersachsen sinkt parallel auch der Schüleranteil an Förderschulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 reduzierte sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 4,4 auf 4,1 Prozent. Damit hat Niedersachsen aktuell wieder das Niveau von vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention erreicht: Im Schuljahr 2000/01 lag die Exklusionsquote schon einmal bei 4,1 Prozent. Zudem lernen in Niedersachsen vergleichsweise wenig Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen (Bund: 4,7 Prozent). Gleichzeitig wird allerdings bei immer mehr niedersächsischen Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 4,7 auf 5,3 Prozent angewachsen.

Die Chancen auf einen Hauptschulabschluss an Förderschulen sind in Niedersachsen besser als im Bundesdurchschnitt. Und dennoch verlassen nach wie vor zwei Drittel der Schüler (66,3 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Niedersachsen (Bertelsmann Stiftung)

NRW: Gemeinsames Lernen bleibt an weiterführenden Schulen die Ausnahme

 

28,9 Prozent der Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

 

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Nordrhein-Westfalen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Über ein Viertel aller Kinder mit Förderbedarf (28,9 Prozent) besucht in NRW eine Regelschule (2008/09: 12,4 Prozent). Damit liegt NRW etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Trotz des beachtlichen Fortschritts bei den Inklusionsanteilen ist der Schüleranteil an Förderschulen kaum gesunken und die Chancen auf Inklusion nehmen im Bildungsverlauf deutlich ab. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Wie im Bund so gilt in NRW: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in nordrhein-westfälischen Kitas noch bei 75,2 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 46,8 Prozent (Bund: 46,9 Prozent) beträgt, lernt in der Sekundarstufe nur rund jeder vierte Schüler (Bund: 29,9 Prozent) mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule. Von den rund 16.800 Förderschülern der Sekundarstufe gehen 16,3 Prozent (Bund: 10,5 Prozent) auf eine Realschule oder ein Gymnasium. Inklusion findet im Sekundarbereich in NRW also hauptsächlich an Haupt- und Gesamtschulen statt.

Exklusionsquote sinkt nur geringfügig

Obwohl die Inklusionsanteile in NRW gestiegen sind, ist der Anteil der Schüler an Förderschulen nur leicht zurückgegangen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, nur geringfügig von 5,2 auf 5,1 Prozent verändert und bleibt damit über dem Bundesdurchschnitt (4,7 Prozent). Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention war die Exklusionsquote in NRW sogar niedriger (2000/01: 4,6 Prozent). Parallel dazu wird bei immer mehr Kindern in NRW ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist von 6,0 im Schuljahr 2008/09 auf 7,1 in 2013/14 geklettert.

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen gehört NRW zu den Bundesländern, in denen vergleichsweise viele Hauptschulabschlüsse an Förderschulen erreicht werden. Aber trotzdem verlassen auch in NRW fast zwei Drittel der Förderschüler (65,9 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss.

> Nordrhein-Westfalen  (Bertelsmann Stiftung)

Rheinland-Pfalz: Gemeinsames Lernen weiterhin die Ausnahme


27,0  Prozent der Förderschüler besuchen reguläre Schulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Rheinland-Pfalz ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Mehr als ein Fünftel aller Kinder mit Förderbedarf (27,0 Prozent) besucht in Rheinland-Pfalz eine Regelschule (2008/09:16,9 Prozent). Der Schüleranteil an Förderschulen steigt leicht auf 3,9 Prozent, was aber unter dem bundesweiten Durchschnittswert von 4,7 Prozent liegt. In der Sekundarstufe ist Inklusion in Rheinland-Pfalz häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

In Rheinland-Pfalz wie im Bund gilt: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in rheinland-pfälzischen Kitas bei 63,1 Prozent (Bund 67 Prozent) liegt und an Grundschulen 42,1 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernt in der Sekundarstufe nur noch 24,0 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei besuchen nur gut vier Prozent der rund 2.800 Förderschüler der Sekundarstufe ein Gymnasium (Bund: 5,6 Prozent). Inklusion findet im Sekundarbereich in Rheinland-Pfalz hauptsächlich an den Schwerpunktschulen, also den Gesamtschulen und den Schulen mit mehreren Bildungsgängen, statt.

Exklusionsquote steigt leicht

Obwohl die Inklusionsanteile in Rheinland-Pfalz gestiegen sind, ist auch der Anteil der Schüler an Förderschulen leicht gewachsen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 steigt die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 3,8 auf 3,9 Prozent. Sogar vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention war die Exklusionsquote in Rheinland-Pfalz etwas niedriger (2000/01: 3,6 Prozent). Parallel dazu wird bei immer mehr Kindern in Rheinland-Pfalz ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 4,5 auf 5,4 Prozent geklettert.

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Rheinland-Pfalz zu den Bundesländern, in denen an Förderschulen etwas weniger Hauptschulabschlüsse erreicht werden, als dies im Bundesdurchschnitt der Fall ist: Fast drei Viertel der Förderschüler (73,6 Prozent) verlassen eine rheinland-pfälzische Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Rheinland-Pfalz  (Bertelsmann Stiftung)

Saarland: Gemeinsames Lernen an weiterführenden Schulen bleibt zurück


Fast 45  Prozent der Förderschüler besuchen reguläre Schulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen im Saarland ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Fast 45 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen im Saarland eine Regelschule (2008/09: 31,2 Prozent). Damit liegt das Saarland deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Trotz des beachtlichen Fortschritts bei den Inklusionsanteilen ist die Bildungssituation im Bundesland für Kinder und Jugendliche mit Handicap aber weiterhin unbefriedigend. Denn der Schüleranteil an Förderschulen ist leicht gestiegen und die Chancen auf Inklusion nehmen im Bildungsverlauf ab. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Obwohl die Werte besser sind als auf Bundesebene, gilt auch im Saarland: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in den Kitas bei 82,6 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 73,0 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Sekundarstufe nur noch 37,4 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Von den gut 1.400 Förderschülern in der Sekundarstufe gehen knapp sechs Prozent (Bund: 10,5 Prozent) auf eine Realschule oder ein Gymnasium. Inklusion findet an weiterführenden Schulen im Saarland also hauptsächlich an Gesamt und Gemeinschaftsschulen statt.

Exklusionsquote steigt

Obwohl die Inklusionsanteile im Saarland gestiegen sind, ist auch der Anteil der Schüler an Förderschulen angewachsen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 ist die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 4,2 auf 4,5 Prozent gestiegen. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention war die Exklusionsquote im Saarland deutlich niedriger (2000/01: 3,3 Prozent). Parallel dazu wird bei immer mehr Kindern im Saarland ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 6,2 auf 8,1 Prozent geklettert.

Die Chancen von Schülern an Förderschulen auf einen Hauptschulabschluss sind im Saarland vergleichsweise gut. Und dennoch verlassen nach wie vor sechs von zehn saarländischen Förderschülern (60,4 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

 > Saarland  (Bertelsmann Stiftung)

Sachsen: Gemeinsames Lernen an weiterführenden Schulen die Ausnahme


28,3  Prozent der Förderschüler besuchen reguläre Schulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Sachsen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: 28,3 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen in Sachsen eine Regelschule (2008/09: 16,4 Prozent). Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen gesunken. Trotz diesen beachtlichen Fortschritts ist die Bildungssituation im Bundesland für Kinder und Jugendliche mit Handicap aber weiterhin unbefriedigend. Der Schüleranteil an Förderschulen in Sachsen liegt nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt und in der Sekundarstufe ist Inklusion häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Wie auf Bundesebene so gilt in Sachsen: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in sächsischen Kitas bei 81,4 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 39,4 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernt in der Sekundarstufe nur noch 26,0 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei besucht jeder Fünfte der rund 3.400 Förderschüler der Sekundarstufe ein Gymnasium (Bund: 5,6 Prozent). Inklusion findet im Sekundarbereich in Sachsen also hauptsächlich an den Schulen mit mehreren Bildungsgängen bzw. den Mittelschulen statt.

Exklusionsquote sinkt

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Sachsen ist zugleich auch der Anteil der Schüler an Förderschulen rückläufig. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 reduzierte sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 6,9 auf 6,1 Prozent. Allerdings war vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention die Exklusionsquote in Sachsen niedriger (2000/01: 5,4 Prozent). Nach wie vor lernen da-mit in Sachsen vergleichsweise viele Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen (Bund: 4,7 Prozent). Parallel dazu wird bei immer mehr sächsischen Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 8,3 auf 8,5 Prozent angewachsen.

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Sachsen zu den Bundesländern, in denen an Förderschulen deutlich weniger Hauptschulabschlüsse erreicht werden, als dies im Bundesdurchschnitt der Fall ist: Gut 84 Prozent der Förderschüler verlassen eine sächsische Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Sachsen (Bertelsmann Stiftung)

Sachsen-Anhalt: Gemeinsames Lernen weiterhin die Ausnahme


25,1 Prozent der Förderschüler besuchen reguläre Schulen – bundesweit sind es 34,1 Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Sachsen-Anhalt ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gestiegen: Gut ein Viertel (25,1 Prozent) aller Kinder mit Förderbedarf besucht in Sachsen-Anhalt eine Regelschule (2008/09: 8,6 Prozent). Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Trotz des beachtlichen Fortschritts ist die Bildungssituation im Bundesland für Kinder und Jugendliche mit Handicap aber weiterhin unbefriedigend. Denn der Schüleranteil an Förderschulen in Sachsen-Anhalt liegt nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt und in der Sekundarstufe I ist Inklusion häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Wie im Bund so gilt auch in Sachsen-Anhalt: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in den Kitas bei 86,2 Prozent liegt (Bund 67 Prozent) und an Grundschulen 43,2 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernt in der Sekundarstufe nur noch 24,8 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei besucht jeder Zehnte der rund 2.000 Förderschüler der Sekundarstufe ein Gymnasium (Bund: 5,6 Prozent).

Exklusionsquote sinkt

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Sachsen-Anhalt sinkt auch der Schüleranteil an Förderschulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 reduzierte sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 8,7 auf 6,8 Prozent. Trotz dieses deutlichen Rückgangs lernen in Sachsen-Anhalt allerdings noch immer vergleichsweise viele Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen (Bund: 4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei weniger Kindern ein sonderpädagogischer Förder-bedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 9,6 auf 9,0 Prozent gesunken. Aber auch hier liegt Sachsen-Anhalt deutlich über dem bundes-weiten Durchschnitt von 6,8 Prozent.

Bei den Abschlüssen der Schüler an Förderschulen zählt Sachsen-Anhalt zu den Bundesländern, in denen an Förderschulen deutlich weniger Hauptschulabschlüsse erreicht werden, als dies im Bundesdurchschnitt der Fall ist: Fast 80 Prozent der Förderschüler in Sachsen-Anhalt verlassen eine Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

> Sachsen-Anhalt (Bertelmann Stiftung)

Schleswig-Holstein: Gemeinsames Lernen prägt alle Bildungsstufen


60,5 Prozent der Förderschüler besuchen reguläre Schulen – bundesweit sind es 28,2Prozent

Der Inklusionsanteil an Regelschulen in Schleswig-Holstein ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behinderten-rechtskonvention 2009 gestiegen: 60,5 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besuchen in Schleswig-Holstein eine Regelschule (2008/09: 40,9 Prozent). Damit liegt das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 31,4 Prozent. Gleichzeitig ist der schleswig-holsteinische Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Mit diesen Zahlen schreibt Schleswig-Holstein seine positive Entwicklung auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem fort. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Besonders auffällig: Während in den meisten Bundesländern die Chancen auf Inklusion mit dem Eintritt in höhere Bildungsstufen erheblich sinken, gibt es in Schleswig-Holstein keinen Bruch auf der Bildungsleiter. Der Inklusionsanteil in den Kitas liegt bei 84,3 Prozent (Bund 67 Prozent), in den Grundschulen bei 84,2 Prozent (Bund: 46,9 Prozent) und in den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe bei 71,7 Prozent (Bund: 29,9 Prozent). Von den knapp 6.400 Förderschülern der Sekundarstufe gehen gut 4 Prozent (Bund: 5,6 Prozent) auf ein Gymnasium. Inklusion im Sekundarbereich findet in Schleswig-Holstein also hauptsächlich an den Schulen mit mehreren Bildungsgängen und Gesamtschulen statt.

Exklusionsquote sinkt weiter

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Schleswig-Holstein ist zugleich auch der Anteil der Schüler an Förderschulen rückläufig. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 hat sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 3,1 auf 2,4 Prozent verringert. In Schleswig-Holstein lernen damit deutlich weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, als dies im bundesweiten Durchschnitt der Fall ist (4,7 Prozent). Allerdings wird bei immer mehr Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 5,3 auf 6,2 Prozent gestiegen (Bund: 6,8 Prozent).

Der Anteil der Schüler, die in Schleswig-Holstein eine Förderschule mit einem Hauptschulabschluss verlassen, ist gering. 97,2 Prozent beenden ihre Zeit an der Förderschule ohne Abschluss (Bund: 71,3 Prozent). Diese hohe Quote lässt sich durch den geringen Anteil der Schüler erklären, die in Schleswig-Holstein überhaupt noch an einer Förderschule lernen.

> Schleswig-Holstein (Bertelsmann Stiftung)

Thüringen: Anteil der Schüler an Förderschulen geht deutlich zurück

 

Gut 31 Prozent der Förderschüler besuchen reguläre Schulen – bundesweit sind es 31,4 Prozent

Der Inklusionsanteil an allgemeinen Schulen in Thüringen ist im Schuljahr 2013/14 auf den höchsten Wert seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechts-konvention 2009 gestiegen: Gut 31 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf besucht in Thüringen eine allgemeine Schule (2008/09: 16,9 Prozent). Gleichzeitig ist der Schüleranteil an Förderschulen deutlich gesunken. Mit diesen positiven Entwicklungen zeigt Thüringen beachtliche Fortschritte auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem. Allerdings bleibt Inklusion in der Sekundarstufe häufig noch eine Ausnahme. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.

Wie im Bund so gilt in Thüringen: Je höher die Bildungsstufe, desto geringer sind die Chancen auf Inklusion. Während der Inklusionsanteil in den Kitas bei 86,1 Prozent liegt (Bund 67 Pro-zent) und an Grundschulen 46,1 Prozent beträgt (Bund: 46,9 Prozent), lernen in der Sekundarstufe nur noch 35,8 Prozent der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer all-gemeinen Schule (Bund: 29,9 Prozent). Dabei besuchen 4,3 Prozent der gut 2.100 Förder-schüler in der Sekundarstufe ein Gymnasium (Bund: 5,6 Prozent). Inklusion findet im Sekundarbereich also hauptsächlich an Thüringer Schulen mit mehreren Bildungsgängen – also Gesamtschulen, Regelschulen und Gemeinschaftsschulen statt.

Exklusionsquote sinkt deutlich

Mit den steigenden Inklusionsanteilen in Thüringen sinkt parallel auch der Schüleranteil an Förderschulen. Zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 reduzierte sich die Exklusionsquote, die angibt, wie viele Schüler mit Förderbedarf eine Förderschule besuchen, von 7,5 auf 4,6 Prozent. Vor Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention betrug die Exklusionsquote in Thüringen 7,0 Prozent. In Thüringen lernen damit erstmals weniger Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, als dies im bundesweiten Durchschnitt der Fall ist (4,7 Prozent). Gleichzeitig wird bei immer weniger Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. Die Förderquote ist zwischen den Schuljahren 2008/09 und 2013/14 von 9,0 auf 6,8 Prozent gesunken.

Die Chancen von Schülern an Förderschulen auf einen Hauptschulabschluss sind in Thüringen vergleichsweise gut. Und dennoch verlassen nach wie vor mehr als die Hälfte der thüringischen Förderschüler (54,7 Prozent) die Förderschule ohne Hauptschulabschluss (Bund: 71,3 Prozent).

 > Thüringen  (Bertelsmann Stiftung)

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