Vorbereitungsdienst

Ein kleiner Junge zieht eine Schnute.

Die Lehramtskandidatinnen und -kandidaten beschäftigen sich bereits während ihres Referendariats (Vorbereitungsdienst) in den Studienseminaren in Potsdam, Cottbus und Bernau mit inklusionspädagogischen Inhalten, sie sind fester Bestandteil der Ausbildung am Landesinstitut für Lehrerbildung (LaLeb). Dazu gehört beispielsweise das sogenannte „Störverstehen“. Das bedeutet: Anders als früher soll die Lehrkraft lernen, sich von einem störenden Kind im Unterricht nicht einfach nur genervt zu fühlen und das Kind zurechtzuweisen oder – im schlimmsten Falle – zu isolieren. Sondern sie oder er sollen genau hinschauen, verstehen, welches Bedürfnis das Kind mit seiner Störung ausdrückt, welche Potenziale vielleicht in dieser Störung stecken – für das Kind selbst, aber auch für alle anderen Kinder. Wie vieles in der inklusiven Schule ist dies ein ganz neuer pädagogischer Ansatz.

Für die Arbeit in einer inklusiven Schule braucht es, neben einer entsprechenden Haltung und sich darauf aufbauenden Beziehungen, auch gutes Handwerk: Wenn die Lehrerinnen und Lehrer künftig jedes Kind bestmöglich individuell fördern sollen, müssen sie zuvor dessen Stärken und Schwächen und den individuellen Förderbedarf genau einschätzen können – sie benötigen also diagnostische Kompetenzen in verschiedenen förderpädagogischen Handlungsfeldern, beispielsweise für sprach- und verhaltensauffällige Kinder oder solche mit Lernstörungen, Kinder mit sinnes- oder körperlichen Beeinträchtigungen, aber auch für alle anderen Kinder.

Die Lehrkräfte müssen also wissen, wie binnendifferenzierter Unterricht funktioniert. In der engen Zusammenarbeit mit Sonderpädagoginnen und -pädagogen oder Einzelfallhelferinnen und -helfern werden neue Unterrichtskonzepte entstehen müssen. In einer inklusiven Schule profitieren alle Kinder vom gemeinsamen Unterricht.

 Seite druckennach oben