Fort- und Weiterbildungen

Vier gute Freunde umarmen sich.

Viele Lehrkräfte in den Pilotschulen haben bereits gute Erfahrungen mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf. Seit Beginn des Pilotprojekts „Inklusive Grundschule“ im Schuljahr 2012/13 bekommen alle Lehrkräfte der Pilotschulen gezielte Fortbildungen. Die Beratung kommt in die Schule oder findet gemeinsam mit anderen Pilotschulen statt, um einen regen Austausch untereinander zu fördern. Die Voraussetzungen und Fortbildungsbedürfnisse langjähriger, erfahrener Lehrkräfte sind individuell höchst unterschiedlich, deshalb bieten speziell ausgebildete Beratungsteams verschiedene, individuell veränderbare Fortbildungsmodule an. Das Qualifizierungsangebot ist insgesamt auf 18 Monate angelegt und umfasst 60 Stunden. Grundlage dafür bildet ein Curriculum, das vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) entwickelt wurde. Darin enthalten sind beispielsweise das Beobachten und Begleiten individueller Lernprozesse speziell in den Bereichen Lesen, (Recht-)Schreiben und Mathematik oder auch Formen der inklusiven Unterrichtsorganisation.

> Fortbildung für Pilotschulen
> Curriculum des LISUM


Fortbildung für alle Lehrkräfte

Seit Oktober 2012 gibt es eine Fortbildungsreihe zum Thema „Umgang mit Heterogenität“, die allen Lehrkräften offensteht. In zweitägigen Veranstaltungen präsentieren hochkarätige Wissenschaftler und Schulpraktiker praxisnah Handwerkszeug zum Umgang mit heterogenen Lerngruppen, die die inklusive Schule prägen. Das können beispielsweise Fachvorträge über den richtigen Umgang mit autistischen Kindern, über das Entdecken und die Nutzung vorhandener Potenziale bei den Schülerinnen und Schülern oder über den Umgang mit Konflikt- und Krisensituationen im Unterricht sein. Im Frühjahr 2013 wird das Programm um weitere Bausteine erweitert. Die Themen und Termine erfahren Lehrkräfte bei ihrem staatlichen Schulamt.

Weiterbildung für Lehrkräfte


Eine Weiterbildung dauert in der Regel mehrere Semester und endet –  anders als eine Fortbildung – mit einem anerkannten Abschluss. Der WiB e.V., ein An-Institut der Universität Potsdam für den Bereich Weiterqualifizierung im Bildungsbereich, bietet für bereits im Schuldienst tätige Lehrkräfte verschiedene Sonderstudiengänge an: z.B. eine sonderpädagogische Ausbildung über fünf Semester speziell zum Umgang mit lernschwachen und verhaltensauffälligen Kindern oder Studiengänge, in denen jeweils ein Schwerpunkt dieser Qualifizierung vermittelt wird, also entweder der Umgang mit lernschwachen oder verhaltensauffälligen Kindern. 

Für alle gilt: Für die Arbeit in einer inklusiven Schule braucht es, neben einer entsprechenden Haltung und sich darauf aufbauenden Beziehungen, auch gutes Handwerk: Wenn die Lehrerinnen und Lehrer künftig jedes Kind bestmöglich individuell fördern sollen, müssen sie zuvor dessen Stärken und Schwächen und den individuellen Förderbedarf genau einschätzen können – sie benötigen also diagnostische Kompetenzen in verschiedenen förderpädagogischen Handlungsfeldern, beispielsweise für sprach- und verhaltensauffällige Kinder oder solche mit Lernstörungen, Kinder mit sinnes- oder körperlichen Beeinträchtigungen, aber auch für alle anderen Kinder. 

Die Lehrkräfte müssen also wissen, wie binnendifferenzierter Unterricht funktioniert. In der engen Zusammenarbeit mit Sonderpädagoginnen und -pädagogen oder Einzelfallhelferinnen und -helfern werden neue Unterrichtskonzepte entstehen müssen. In einer inklusiven Schule profitieren alle Kinder vom gemeinsamen Unterricht.

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